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MÄRZ 2009ÖSTERREICH: KONJUNKTURPAKET FÜR THERMISCHE SANIERUNG
Thermische Sanierung ab 14. April mit 100 Mio. Euro gefördert

26.03.2009 | 12:09 |   (DiePresse.com)

Private bekommen maximal 5000 Euro, Unternehmer können bis zu 40 % der Investitionskosten zurückholen. Die Maßnahmen im Gesamtwert von 100 Mio. Euro sind Teil des zweiten Konjunkturpakets.

Ab 14. April können Privatpersonen und Unternehmer um Zuschüsse für die thermische Sanierung ansuchen. 100 Mio. Euro wird der Bund dafür investieren. Private können sich bis zu 5000 Euro zurückholen, Unternehmen bekommen maximal 40 Prozent der Investitionskosten rückerstattet. Ihre Anträge auf Zuschuss können Privatpersonen bei allen Bankfilialen und Bausparkassen stellen. Entsprechende Formulare liegen ab 14. April auf. Die Förderungsansuchen von Unternehmen können analog zur bisherigen Umweltförderungsabwicklung direkt bei der Kommunalkredit Public Consulting (KPC) eingebracht werden. Grundlage zur Beurteilung der Förderungsfähigkeit ist der Energieausweis, dessen Ausstellung ebenfalls gefördert wird. Die Auszahlung der Förderung erfolgt durch die Kommunalkredit.

Die im 2. Konjunkturpaket vereinbarten 100 Mio. Euro für die thermische Sanierung sind je zur Hälfte für private Haushalte und betriebliche Gebäude gedacht. Das Geld kommt zu gleichen Teilen vom Wirtschafts- und Umweltministerium. Der Teil des Wirtschaftsministeriums stammt von einer erhöhten Dividende des Stromkonzerns Verbund, das Umweltministerium nimmt das Geld aus Rücklagen des Klimafonds bzw. aus freien Mitteln des Klimafonds, sagten die zuständigen Minister Reinhold Mitterlehner (V) und Niki Berlakovich (V) heute, Donnerstag, bei der Präsentation der Details. Der Verbund, an dem die Republik 51 Prozent hält, hat seine Dividende für 2008 um 16,7 Prozent von 0,90 auf 1,05 Euro/Aktie erhöht. Ursprünglich war geplant, die Förderung ab 1. April fließen zu lassen. Berlakovich dazu: "Schwere Geburten ergeben schöne Kinder." Minister Mitterlehner erklärte die Verzögerung mit dem Wetter: "Es macht keinen Sinn, Fenster oder Kessel bei Schnee auszutauschen."

"Mit den 100 Mio. Euro an Zuschüssen initiieren wir 650 Mio. Euro zusätzliche Investitionen. Das sind viele neue Aufträge für Baufirmen und Handwerker in ganz Österreich", sagte Mitterlehner. Damit würden 7000 Arbeitsplätze gesichert bzw. geschaffen werden. Außerdem bewirke die Förderung CO2-Einsparungen in der Höhe von insgesamt rund 5,3 Millionen Tonnen CO2. Des weiteren können dadurch 800 Millionen Liter Öl eingespart werden; somit werde wesentlich zur Energieunabhängigkeit und Versorgungssicherheit Österreichs beigetragen, betonte Umweltminister Berlakovich.

Die Förderung im Detail: Hausbesitzer oder Wohnungseigentümer erhalten künftig bis zu 5000 Euro Zuschuss, wenn sie Außenwände, oberste Geschoßdecke bzw. das Dach, unterste Geschoßdecke bzw. den Kellerboden dämmen sowie Fenster und Außentüren sanieren oder austauschen. All diese Maßnahmen sind auch einzeln förderungsfähig, wobei die Erreichung bestimmter Dämmwerte sowie eine Reduktion des Heizwärmebedarfs um zumindest 10 Prozent vorausgesetzt werden. Bei privaten Wohnbauten, die die geforderten Standards im Wärmeschutz bereits erfüllen, werden auch die Einbindung einer thermischen Solaranlage, der Umstieg auf Holzzentralheizungsgeräte, ein Einbau von Wärmepumpen und der Umstieg auf bestimmte Erdgasbrennwertkessel mit maximal 2500 Euro unterstützt. Kriterium ist in jedem Fall, dass das zu sanierende Gebäude vor dem 1.1.1999 errichtet wurde. Außerdem muss das Ansuchen vor Baubeginn bzw. Liefertermin vor dem 31.12.2010 bei der KPC einlangen. Die geförderten Maßnahmen sind längstens zwölf Monate nach Förderzusage bis spätestens 31.12.2011 umzusetzen und abzurechnen.

Neben der Förderung von Privatpersonen ist auch die Unterstützung von Unternehmen - insbesondere von KMU - vorgesehen. Neben den gleichen Maßnahmen zur thermischen Gebäudesanierung wie bei privaten Gebäuden wird bei Unternehmen zusätzlich der Einbau von Wärmerückgewinnungsanlagen bei Lüftungssystemen im Zuge der thermischen Sanierung des Gebäudes sowie Verschattungssysteme zur Reduzierung des Kühlbedarfs des Gebäudes gefördert. Außerdem sind für Unternehmen in Kombination mit Sanierungsmaßnahmen Umstellungen auf effiziente Energienutzung wie die Wärmerückgewinnung, der Ersatz bestehender Heizungssysteme durch eine Biomasse-Einzelanlagen, der Einbau thermischer Solaranlagen, der Anschluss an Fernwärme, der Einbau von Wärmepumpen und die Nutzung moderner Technologien wie Kraft-Wärme Kopplung förderfähig. Unternehmer können sich bis zu 40 Prozent der Investitionskosten zurückholen.

(APA)

Presseaussendung vom Bundesministerium als Download:
 
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